Hier sind die Leserbriefe zu dem Thema aus dem Reichenhaller Tagblatt zu finden

Die Leserbriefe von "Pro Kirchholztunnel" am 28.05.2016 im Reichenhaller Tagblatt möchten wir nicht unkommentiert lassen. Zum Realitätsverlust -nicht nur von MdB Ramsauer- muss man nichts mehr hinzufügen. Aber zur Aussage von Dieter Unterbuchberger muss angefügt werden, dass nicht nur bei einem Unfall der Tunnel gesperrt wird, sondern bereits dann, wenn Fahrzeuge im Tunnel stehen. Und das ist der Fall, wenn wie jetzt oft bis dauernd üblich, Ein Rückstau von Piding die Fahrzeuge bis zur Therme stehen lässt. Dieser Stau wird durch eine Ampellösung an der Abfahrt nach Urwies und Anger bestimmt nicht weniger, wie sie vom Staatlichen Bauamt präferiert wird.

Und wenn bei einem Erörterungstermin -der schon im Herbst 2011 stattfinden sollte- eine Filterlösung präsentiert wird, die auch schalltechnisch zu akzeptieren ist, werden auch wir das neu bewerten, vorher nicht. Aber der Erörterungstermin ist bereits jetzt um 5 Jahre überschritten, was hätte man da nicht alles machen können. Aber wenn man gar nichts macht, als sich nur dummen Sprüchen zu widmen, wie "Märchenwald löst keine Probleme", dann kommt man gerade bei einer Behörde vermutlich recht gut über die Runden. 

Und der Vorsitzende des Vereins schreibt zum gleichen Datum einige Unwahrheiten, die leicht zu recherchieren sind. Die gesamte Trasse der OU Bad Reichenhall befindet sich entgegen seiner Aussage zu weit mehr als 50% auf dem Gemeindegebiet von Bayerisch Gmain, von Bau-km 1,020 bis 3,850, also 2,83 km bei einer Gesamtmaßnahme von 5,1km. Der Kirchholztunnel selbst, mit dem Knoten Mitte liegt zu ungefähr 90% auf Bayerisch Gmainer Gebiet!

Dass der Gemeindrat gegen die Aichertrasse gestimmt hat, ist im Protokoll vom 16.09.2013 zu lesen. Vorher aber, am 22.04.2013 hat der Gemeinderat Bayerisch Gmain unter TOP 4 mit 14:1 die bisherige Tunneltrasse abgelehnt. Und an dem Beschluss wird derzeit niemand zweifeln oder rütteln!

 

Nicht ohne Grund erschienen am 21.05.2016 im Reichenhaller Tagblatt zwei Leserbriefe. Hintergrund war das Interview der Heimatzeitung mit MdB Dr. Ramsauer. Der hatte sich dort zu recht haltlosen Behauptungen hinreissen lassen. Da geht es einmal um seine recht selektive Wahrnehmung, aber auch um den Vorwurf, selbst nichts bewegt zu haben. Als Beispiel dient hier der Kirchholztunnel, aber auch die großsspurig angekündigten Regelungen zum Fluglärm in Freilassing sind doch unter seiner Ärea einfach verpufft. Viel heiße Luft um ein großes Nichts!

 

Am 19.05.2016 war ein Leserbrief im Reichenhaller Tagblatt zum Interview mit dem "gefragten MdB Dr. Ramsauer" und seiner selektiven Wahrnehmung. Ramsauer hatte aus seiner Umgebung ja nur wahrgenommen, dass es mehr Zustimmung als Ablehung zu dem Projekt gibt. Er hatte sich auch bei seinen Getreuen erkundigt. Entweder hat MdL Kaniber die Meinung geändert, oder wurde gar nicht gefragt. Denn Frau Kaniber ist auch Mitglied des Gemeinderates von Bayerisch Gmain, und hat als solche natürlich den ablehnenden Beschluss des Gemeinderates mitgetragen.

 

Nachdem die Freien Wähler eine etwas diffuse Presseerklärung zu ihrer Stellungnahme des BVWP herausgegeben hatten, konnte der Vorsitzende der FWG Bayerisch Gmain nicht umhin in einem Leserbrief auf zwei Tatsachen hinzuweisen: Die Freie Wählergemeinschaft hat mit den Freien Wählern nicht das geringste gemein, für die Gemeinde Bayerisch Gmain gibt es eine ganz klare Beschlusslage. Nachdem am 21.04.2013 in Bad Reichenhall das Ratsbegehren der CSU zum Kirchholztunnel komplett in die Hose ging, hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 22.04.2013 die Ablehnung des Projektes mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Auch die Gemeinderätin Kaniber hat diesem Beschluss zugestimmt. Deshalb liegt der Sinn der Worte von Ramsauer etwas im Dunkeln. Aber, war das je anders?

 

Bruno Rettelbach hat in seinem sehr detaillierten Leserbrief am 23.04.2016 auch die unglaubliche Geschichte des Projektes abgebildet. Das hat mit den definierten Zielen des BVWP rein gar nichts zu tun. Und wenn man die Verkehrszahlen genau betrachtet, merkt man auch den Schwindel. Da hat man klammheimlich auf die Tunnelstrecke 5.000 Fahrzeuge mehr draufgepackt, damit man mit einer Entlastung der Loferer Straße aufwarten kann. Aber vor einem Erörterungstermin wird die Behörde den Betroffenen auch das erklären und nachweisen müssen.

 

Rundum gibt es viele Einzelpersonen und IG's, die genau wie wir der Meinung sind, der Papierkorb wäre die beste Ablage für die schlampige Arbeit des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur. So jedenfalls die Leserbriefe am 19.04.2016 im Reichenhaller Tagblatt.

 

Dass auch Herr Pötschke seine Meinung posten wird, war zu erwarten. Seine wortreichen Ausführungen sind nicht immer ganz nachvollziehbar, z.B. warum die Autofahrer so gerne im Tunnel fahren. Denn im Navigationsgerät wird immer die schnellste/kürzeste Strecke angezeigt. Und die ist für den Weg nach Berchtesgaden über das Leopoldstal 20% kürzer als über die geplante Tunnelstrecke. Im Falle der Staatsstraße über den Thumsee sind es nur knapp 10%, die man spart. Aber weil unsere Nachbarn aus Österreich so viele Tunnels haben, werden die vermutlich gerne im Tunnel und geduldig hinter LKW's fahren und nicht über den Thumsee.

 

Der Leserbrief von Frau Koller am 16.04.2016 kommt recht präzise auf den Punkt. Es hat die meisten Reichenhaller beim Bürgerentscheit im April 2013 einfach nicht interessiert, ob dieses Projekt gebaut wird oder nicht. Dass jetzt die Möglichkeit besteht, Stellungnahmen zum Bundesverkehrswegeplan abzugeben ist nicht der Bürgerfreundlichkeit des Bundesministers geschuldet, sondern den EU-Bestimmungen. Für viele Bürger wird es aber recht schwer werden, sich über das Internet mehrere tausend Seiten an Informationen zu beschaffen, zu lesen und zu bewerten. Und danach eine fachlich fundierte Stellungnahme abzugeben. Damit ist der einzelne Bürger oft überfordert. Die Sammlung solcher Stellungnahmen hätte in Ortsversammlungen auch wesentlich bürgerfreundlicher stattfinden können, wenn man das gewollt hätte. Aber schon der -eigentlich unfertige- Referentenentwurf zeigt ja wohin die Reise gehen soll. Die Straßenanmeldungen wurden weitgehend unreflektiert übernommen, damit die "Bezirksfürsten" ruhiggestellt werden. Für den Abschnitt Bahn und Wasserstraßen herrscht dagegen reines Chaos, damit kann man ja auch nicht viele Blumentöpfe gewinnen

 

Dass der Stadtrat Grübl zu seinem zweitwichtigsten Thema auch ins Horn stoßen oder blasen wird, war zu erwarten. Am 09.04.2016, also 8 Tage zu spät, war im Reichenhaller Tagblatt ein Leserbrief von ihm verfasst, in dem er die Sozialdemokraten heftigtst attackiert, weil die etwas realistischer denken. Wenn man sich die Verkehrssituaution an der B20 ab Gablerknoten Richtung BAB ansieht und keinen großen Balken vor dem Hirn hat, so dass man das auch erkennen kann, ist festzustellen, dass der Verkehr von der BAB-Auffahrt über den Gablerknoten zurückstaut, oft bis zur Therme. Das ist ein Rückstau vom Gablerknoten in einer Länge von rund 2,5 km. Das Tunnelportal des geplanten Kirchholztunnel liegt weniger als 500 Meter vom Gablerknoten entfernt. Und wenn im Tunnel Fahrzeuge stehen, ist laut Sicherheitsrichtlinien ganz automatisch der Tunnel zu sperren. Und zwar in beide Richtungen, da er ja nur einröhrig geplant ist.
Wo bitte werden die Fahrzeuge die jetzt von der BAB bis Gablerknoten stehen dann hintransformiert?
Aufgelöst?
Senkrecht nach oben geschichtet?
Weggebeamt? Wenn das möglich wäre, könnte man das auch auf die ganze Strecke anwenden. Kommt vielleicht billiger und geht sicher schneller als den blöden Tunnel bauen.
Außerdem ist die ganze Angelegenheit "Transit-LKW-Verkehr" in 2018 eh erledigt, wenn die (bereits jetzt beschlossene) Maut für alle LKW auf allen Bundesstraßen kommt.

 

Hier noch der Leserbrief eines Herrn Jahn, vom gleichen Tag, nur wegen der Vollständigkeit, ansonsten unkommentiert.

 

Am 26.03.2016 schreibt Herr Spranger in einem Leserbrief zum Kirchholztunnel über "Scheinargumente", von SPD und Grünen, die längst widerlegt wurden. Wenn im Leserbrief behauptet wird, dass es keinen Entlüftungsschlot mit konzentrierten Abgasen geben wird, dann ist das nicht die Wahrheit. Dieser Entlüftungsschlot ist geplant, und die Schadstoffe sollen mit einer solchen Geschwindigkeit ausgeblasen werden, dass die Belastung in unmittelbarer Nähe die Grenzwerte nicht überschreiten soll. Dann muss die Lüftung ganz hochfrequent 24h laufen.
Die Gemeinde Bayerisch Gmain hat zu dem Problem keine Antwort der zuständigen Behörden erhalten.
Deshalb wurde das Projekt OU Bad Reichenhall am 22.04.2013 mit nur einer Gegenstimme vom Gemeinderat Bayerisch Gmain abgelehnt.

Und der derzeitige Stau auf der Umgehungsstraße tritt immer wieder dann ein, wenn die Verkehrsbelastung ab Gablerknoten Richtung Piding zu groß wird. Dass mit einem Tunnel das Problem gelöst werden kann, leuchtet nicht ganz ein. Der Stau ereignet sich ja dort, wo an der Straßenführung keine Änderung geplant ist, nämlich ab Gablerknoten Richtung Piding. Folge davon ist, dass bei einem Rückstau in den Tunnelbereich ganz automatisch die Tunnel an den Portalen Mitte und Süd gesperrt werden. Und dann läuft der Verkehr wieder wie gehabt auf der Umgehungsstraße.
Bei einem einröhrigen Tunnel dann in beide Fahrtrichtungen!

 

Auch am 26.03.2016 antwortet Stadtrat Michael Nürbauer auf einen Leserbrief von Herrn Voglreiter. Die Tunnelbefürworter stehen anscheinend zu weit im Tunnel. Hilfreiche Alternativen werden nicht erkannt, nicht gesehen, weil der Horizont, der Blickwinkel immer enger wird, je weiter man im Tunnel steht. Da mag schon mal verloren gehen, dass wirklich alle Parteien im Stadtrat einen unverzüglichen Lärmschutz befürworten, nur haben die Verantwortlichen einfach nichts getan. Und da bleibt der Stadt mit seinem Entscheidungsgremium nichts anderes übrig, als mit dem Finger auf die Entscheider zu zeigen. Immer wieder zu betonen, dass Lärmschutz an der Loferer Straße verlangt wurde. Aber wenn die Entscheidungsträger -OB und StBA- einfach nichts anderes tun wollen, als weitere 30 Jahre auf ein unrealisierbares Projekt zu warten, bleibt nicht mehr viel Spielraum.

 

Am 19.03.2016 ist ein erster Leserbrief von Josef Voglreiter zum Thema OU im Tagblatt erschienen. Er bemängelt, dass sich Grüne-Bürgerliste für einen Lärmschutz einsetzen wollten, aber bisher nichts geschehen ist. Das staatliche Bauamt hat sich auch gegen Lärmschutz entschieden, denn bei der Ertüchtigung der Loferer Straße wurde keine lärmmindernde Deckschicht aufgetragen.